Ich weiß, ich wollte nie mehr 2.0 sagen. Aber für Hanns-Josef Ortheil muss ich noch einmal eine Ausnahme machen.
HJO will in seinen beiden Wohnorten, in Stuttgart und Wissen an der Sieg, eigene Buchhandlungen eröffnen. Besondere Buchhandlungen, denn gemäß Statuten wird/soll nur das in den Läden käuflich zu erwerben sein, was von HJO eigens zum Kaufen und Lesen ausgewählt wurde:
Andere Bücher gibt es in dieser Buchhandlung nicht, sie können auch nicht bestellt werden.
Für eine Branche, die sonst schon Angst hat, einen vor dem Erstverkaufstag nachgefragten Kehlmann nicht bedienen zu können, klingt das ziemlich radikal. Letztlich setzt HJO aber auch nur fort, was andere längst vormachen, MRR packt bekanntlich jeden Kanon-Koffer mit seinem Konterfei ein.
HJO als Flagship-Store
Wenn mit HJO nun erstmals ein richtig gediegener Autor seinen Marken-Shop eröffnet, lässt das eigentlich nur die ganzheitliche Assoziation von Buch und Tuch zu, die sein Kollege Hans-Ulrich Treichel im »Börsenblatt« postete:
Werter Kollege!
Von Herzen alles Gute für Ihr Projekt!
Führen Sie auch zufällig senfgelbe Hosen?Herzlichst
Ihr
Ulli
Ich aber sage: Wenn HJO es wirklich ernst meint, dann wird er neben der Hosenabteilung vor allem auch im Gastro-Konzept neue Maßstäbe setzen – und hoffentlich keine weitere Buchhandlung mit Espresso-Bar eröffnen. Vielmehr sollte der Kalbsbratwurst-Erzähler Ortheil vielleicht die erste Buchhandlung mit Grilltheke einrichten. Das dazugehörige Event sehe ich buchstäblich schon auf der Kreidetafel vor mir (und für sowas kommen die Leute, die sonst Bodo Kirchhoff am Gardasee besuchen, auch nach Wissen an der Sieg!):
12–13 Uhr
Hanns-Josef Ortheil grillt die Wurst zu und aus
seinem Buch »Das Verlangen nach Liebe«.
In senfgelber Hose, versteht sich.
Antworte auf den Kommentar von Ingeborg Antwort abbrechen