_____Frage: Wie vertrieben Sie sich bei der EM die Zeit?
Michael Ballack: Ich hatte alle Staffeln von »Lost« dabei, da kommt man nicht mehr von weg. Das ist ’ne Abenteuerserie, wo die Darsteller auf einer einsamen Insel überleben müssen.¯¯¯¯¯
Die US-amerikanische TV-Saison endet traditionell Ende Mai, wenn die Finalfolgen der aktuellen Staffeln laufen. In diesem Fernsehjahr wurden durch den Streik der Writers Guild of America ab Anfang November 2007 fast alle Ausstrahlungen verzögert, denn durch die Arbeitsniederlegung der Autoren mangelte es irgendwann an verfilmbaren Drehbüchern. Einige Staffeln endeten daher halbherzig irgendwo in der Mitte.
Trotzdem gab es wieder viel versprechende Serienstarts, überzeugende Fortsetzungen und grandiose Einzelfolgen. In den nächsten beiden Wochen werde ich hier täglich ein bis zwei Serienstaffeln vorstellen und kurz besprechen, insgesamt 30. Die Reihenfolge der Einträge ist als lockeres Ranking zu verstehen: Ich beginne mit den schlechteren Serien bzw. Staffeln und ende mit den besseren. (Der aktuelle Stand wird in dieser Übersicht festgehalten, die auch jederzeit über die rechte Seitenleiste zugänglich ist.)
In den letzten beiden Jahren wurde mein »Besuch im Serienland« im Online-Feuilleton satt.org sowie auf der Website serienjunkies.de veröffentlicht. Dieser dritte Teil geht nun mit 30 besprochenen Serien deutlich über die Vorgängerlisten hinaus und konstituiert sich daher zuerst hier im Umblätterer.
Warum räumen wir irgendwelchen US-Serien soviel
Platz in einem dedizierten Feuilleton-Blog ein?
Es wurde hier schon oft betont, insgesamt wird aber noch viel zu wenig darüber berichtet: dass die derzeitigen US-Serien hinsichtlich ihrer ideenreichen Narration, der durchdringenden Figurenentwicklung und ihren messerscharfen, theatertauglichen Skripten die mit Abstand interessantesten und innovativsten Geschichten erzählen. Da kann die Romanindustrie im Moment nicht mithalten, geschweige denn die Filmindustrie. So lautet die These, die wir auch in den folgenden Beiträgen plausibilisieren wollen.
Dabei wird es vor allem um die Storykomponente gehen, um die Einschätzung von Erzählstrategien. (Achtung! Ständige Spoiler-Gefahr!) Namen der Schauspieler werden nur im Ausnahmefall genannt, auf Gossip vom Set und vonseiten der Sender wird tendenziell verzichtet. Das können die News-Seiten zum Thema, allen voran serienjunkies.de, viel besser.
(Nach dieser etwa zweiwöchigen Serienoffensive geht es auch mal wieder um Zeitungen and the likes.)
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