Viel zu früh zum Essen verabredet, schon um sieben. Zu bald waren wir schon fertig und saßen satt und auch sitt (hehe) herum. Gleich nebenan ein Kino und jemand machte den launigen Vorschlag hineinzugehen, die Zeit passte gerade und dann so nach dem Essen etc. Ich weiß nicht, ob wirklich alle Lust hatten, aber es gab ein großes »why not« und »I don’t mind« um den Tisch herum, auch meinerseits, und so gingen wir in »I Am Legend«.
Ich hatte im Voraus keine Informationen über den Film, nur viele Plakate gesehen, auf denen man Will Smith auf sich zukommen sieht. Nach einer Minute weiß ich Bescheid, ein Neuaufguss des »Omega Man« (old-school Science Fiction mit Charlton Heston in der Hauptrolle). Hier nun Will Smith in der Rolle des Charlton Heston, hehe.
Als Ulknudel und aufgezogene Quasselstrippe mag Will Smith vielleicht funktionieren, aber hier steht er auf verlorenem Posten, völlig verkrampft müht er sich damit ab, Emotionen zu transportieren. Ganz allein, begleitet von seinem Hund, seit nun schon fast drei Jahren, zieht er tagsüber durch das leere New York und verzieht sich gen Abend in sein zur Festung umfunktioniertes Haus, wo er die Stadt dem durch einen Virus extrem aggressiv wie lichtempfindlich gewordenen Rest der Menschheit überlässt.
Während der alte Schinken mit Heston noch eine Menge Charme hat, wie er da am Tage bei Sonnenschein im Sportwagen durch die leere Stadt rauscht und beim »Einkaufen« mit den Schaufensterpuppen Smalltalk hält, entbehrt die Krampfdarbietung von Will Smith jeglicher Komik. Pure Langeweile, unterbrochen von Spannungsmomenten, wenn er auf die zombiehafte Restbevölkerung trifft, die sich als übercomputeranimierte, fauchende Viecher gerieren und vollkommen unrealistisch wirken, sodass man sich vor denen nicht wirklich erschrecken muss.
Dann verliert er seinen Hund an den Zombiefeind, muss ihn selbst töten und trifft schließlich doch noch zwei menschliche Wesen. Die Reaktionen auf die anderen Überlebenden sind nicht etwa Freude oder tausende Fragen, nein, der Protagonist zeigt sich bockig und verstört und klatscht schließlich einen Teller mit Rührei gegen die Wand, und man fragt sich, warum da niemand am Set oder im Schnittraum gesessen und einfach mal eingegriffen hat, um uns diese peinlichen Momente zu ersparen.
Hätte ich mir mal ein bisschen mehr Zeit für die Tom Ka Ghai Suppe gelassen.
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