Gegen Ende der Lektüre dieses Buches fiel mir wieder dieses Lied ein, das ich vor mehreren Jahrzehnten, als Kind, ein paarmal im Fernsehen gehört hatte: »Augen auf, Ohren auf, Helmi ist da.« An den Inhalt der Helmi-Sendungen habe ich merkwürdigerweise keine Erinnerung, aber dieses Augen-auf-Ohren-auf-Helmi-ist-da-Intro ist das wahrscheinlich eingängigste Lied, das jemals komponiert wurde, und man kriegt es einfach nie wieder aus dem Kopf raus. Bei der mehrsekündigen Recherche zu diesem Text hier habe ich zu meiner Überraschung soeben festgestellt, dass es die Helmi-Sendung immer noch gibt, und krasserweise hat Helmi mittlerweile sogar einen eigenen YouTube-Kanal mit momentan 76 Abonennt*innen.
Das Ganze fiel mir also wieder ein, weil in Irmgard Keuns hinreißendem Roman »D-Zug dritter Klasse« kurz vor Ende eine Figur auftaucht, die Helmi Kanister heißt. Man fragt sich ja oft, was Autor*innen reitet, ihren Figuren die und die Namen zu geben, but, I mean, »Helmi Kanister«! Das ist ja wohl der superste Name in der deutschen Literatur überhaupt! Und der Name passt zu diesem Roman wie die Hülle vom iPhone 7 Plus auf das iPhone 7 Plus, denn Irmgard Keun erzählt so spritzig, so witzig, so hintergründig, so untergründig, dass es eine götterfunkende Freude ist.
Und fragte mich jemand, welche von hundert Hundertseiterinnen ich ganz besonders empfehlen würde, so antwortete ich, ohne zu zögern: diese!
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